
Edelmetalle
Goldbarren als sichere Anlage
Investieren in Goldbarren ist eine beliebte Option für Anleger auf der ganzen Welt. Goldbarren haben eine lange Geschichte als sichere Investition und werden oft als Absicherung gegen…
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Ein 100-Gramm-Goldbarren ist für viele Sparer das Format, mit dem der Einstieg in physisches Gold beginnt: groß genug für ein vergleichsweise niedriges Aufgeld, klein genug, um ihn später ohne Umstände weiterzugeben. Bei der Sparkasse lässt er sich am Schalter oder auf Bestellung kaufen. Einen festen Preis gibt es dafür nicht, denn er entsteht jeden Tag neu aus dem Goldkurs und dem Aufschlag des jeweiligen Instituts. Wer die Bausteine kennt, kann jedes Angebot in wenigen Minuten selbst nachrechnen.
Der Preis eines Goldbarrens besteht aus zwei Teilen: dem Materialwert des enthaltenen Goldes und einem Aufschlag darauf, dem Aufgeld. Alles Weitere sind Einflüsse, die einen der beiden Teile größer oder kleiner machen.
| Baustein | Was dahintersteckt | Worauf Sie achten können |
|---|---|---|
| Goldkurs | Weltmarktpreis je Feinunze, international in US-Dollar notiert und für Käufer in Euro umgerechnet | Den Euro-Kurs vom Kauftag zugrunde legen |
| Aufgeld | Aufschlag auf den Materialwert für Herstellung, Transport, Versicherung und Marge | Als Prozentsatz vom Materialwert vergleichen |
| Barrengröße | Feste Kosten verteilen sich bei größeren Barren auf mehr Gold | 100 Gramm gegen 50 oder 250 Gramm rechnen |
| Hersteller | Anerkannte Raffinerie, Guss- oder Prägebarren, Verpackung mit Zertifikat | LBMA-Hersteller, Seriennummer, unversehrte Verpackung |
| Spread | Abstand zwischen dem Preis, zu dem die Sparkasse verkauft, und dem, zu dem sie zurückkauft | Beide Preise vom selben Tag vergleichen |
Gold wird weltweit in Feinunzen gehandelt. Eine Feinunze entspricht 31,1035 Gramm reinem Gold. Den Grammpreis erhalten Sie, indem Sie den Euro-Kurs je Feinunze durch 31,1035 teilen. Ein 100-Gramm-Barren aus Feingold 999,9 enthält damit rund 3,215 Feinunzen. Weil sich der Kurs während der Handelszeiten fortlaufend bewegt, gilt jede Preisliste nur für den Zeitpunkt, zu dem sie erstellt wurde.
Das Aufgeld deckt alles ab, was zwischen dem Rohgold und dem verpackten Barren in der Filiale liegt: Schmelzen, Prüfen, Prägen, Verpacken, Transport, Versicherung und die Marge des Verkäufers. Bei kleinen Barren fallen diese Kosten stark ins Gewicht, bei 100 Gramm verteilen sie sich auf deutlich mehr Gold. Deshalb gilt das Format als Mittelweg zwischen niedrigem Aufgeld und Teilbarkeit: Wer später nur einen Teil verkaufen möchte, ist mit mehreren 100-Gramm-Barren beweglicher als mit einem einzelnen Kilobarren.
Der Spread beschreibt den Abstand zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis am selben Tag. Er ist gewissermaßen der Preis für Hin- und Rückweg: Würden Sie einen Barren kaufen und sofort zurückgeben, wäre genau dieser Betrag verbraucht. Ein kleiner Spread ist deshalb ein gutes Zeichen für ein faires Angebot.
Sparkassen verkaufen nach eigenen Angaben Barren zertifizierter Hersteller. Gemeint sind in der Regel Raffinerien, die die London Bullion Market Association (LBMA) auf ihrer Good-Delivery-Liste führt. Die LBMA ist der Verband des Londoner Goldmarkts, ihre Liste gilt weltweit als Nachweis für verlässliche Qualität. Für Sie als Käufer zählt das vor allem beim Wiederverkauf: Ein Barren eines anerkannten Herstellers mit Seriennummer und Zertifikat in unversehrter Verpackung wird von Banken und Händlern in der Regel unkompliziert angenommen.
Bei 100 Gramm gibt es Guss- und Prägebarren. Gussbarren entstehen, indem flüssiges Gold in eine Form gegossen wird. Prägebarren werden aus gewalztem Goldband ausgestanzt und geprägt. Beide enthalten dieselbe Menge Gold, Unterschiede im Aufgeld ergeben sich allein aus dem Herstellungsverfahren.
Legt man Preislisten vom selben Tag nebeneinander, liegen Banken und Sparkassen oft über spezialisierten Edelmetallhändlern. Das hat nachvollziehbare Gründe:
Dem stehen Vorteile gegenüber, die vielen Käufern den Aufpreis wert sind: ein bekannter Ansprechpartner vor Ort, kein Versandrisiko, die Bezahlung über das eigene Konto und auf Wunsch das Schließfach im selben Haus. Wer den Preis einordnen möchte, legt die Preisliste der Sparkasse neben die eines anderen Anbieters vom selben Tag und vergleicht das Aufgeld in Prozent. Welche Banken Gold auch ankaufen, zeigt der Beitrag Welche Bank kauft Gold an?
Ob Sie einen 100-Gramm-Barren direkt mitnehmen können, hängt von der Filiale ab. Manche Geschäftsstellen haben gängige Formate vorrätig, häufig wird der Barren jedoch bestellt. Viele Sparkassen bieten dafür den Weg über die Filiale und eine Bestellung online an. Geliefert wird in die Filiale, wo Sie den Barren abholen oder direkt ins Schließfach legen können.
Vor dem Auftrag lohnen sich drei Fragen:
Bezahlt wird in der Regel über das Konto. Wer bar zahlt, muss sich bei Edelmetallgeschäften ab 2.000 Euro ausweisen (§ 10 Geldwäschegesetz), eine Grenze, die ein 100-Gramm-Barren beim heutigen Preisniveau sicher überschreitet. Ab dem 10. Juli 2027 begrenzt die EU-Geldwäscheverordnung (EU) 2024/1624 gewerbliche Barzahlungen zusätzlich auf 10.000 Euro.
Auf jeder Preisliste stehen zwei Zahlen, und die Begriffe führen leicht in die Irre, weil sie aus Sicht der Bank formuliert sind. Der Verkaufspreis ist der Betrag, den Sie beim Kauf bezahlen. Der Ankaufspreis ist der Betrag, den die Sparkasse Ihnen zahlt, wenn Sie den Barren später zurückgeben.
Viele Sparkassen kaufen Barren auch wieder an. Die Bedingungen legt jedes Institut selbst fest, etwa ob nur Kunden verkaufen können und ob die Originalverpackung mit Zertifikat vorliegen muss. Es lohnt sich, das schon beim Kauf zu klären. Bewahren Sie Rechnung und Zertifikat sorgfältig auf: Beides erleichtert den Wiederverkauf und belegt das Anschaffungsdatum.
Steuerlich gilt beim Verkauf: Gewinne aus physischem Gold sind nach § 23 Einkommensteuergesetz steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Innerhalb dieser Frist bleiben Gewinne steuerfrei, solange der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften eines Kalenderjahres unter 1.000 Euro bleibt.
Gold ist in der Europäischen Union das einzige Edelmetall mit einer eigenen Steuerregel für Anleger. Nach der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie 2006/112/EG (Artikel 344 bis 356) ist die Lieferung von Anlagegold von der Mehrwertsteuer befreit. In Deutschland setzt § 25c Umsatzsteuergesetz das um.
Als Anlagegold gelten Barren und Plättchen mit einem von den Goldmärkten akzeptierten Gewicht und einem Feingehalt von mindestens 995 Tausendstel. Ein handelsüblicher 100-Gramm-Barren aus Feingold 999,9 erfüllt beides. Auch Goldmünzen können Anlagegold sein, wenn sie mindestens 900 Tausendstel fein sind, nach 1800 geprägt wurden, im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren und ihr üblicher Preis den Wert des enthaltenen Goldes um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.
Für Silber, Platin und Palladium gilt diese Befreiung nicht. Beim Vergleich mit anderen Edelmetallen gehört die Steuer deshalb immer in die Rechnung.
Wer bei der Sparkasse kauft, hat den naheliegenden Aufbewahrungsort oft gleich im Haus: das Schließfach. Der Barren wird in die Filiale geliefert und kann dort ohne Umweg eingelagert werden. Die Miete richtet sich nach der Größe des Fachs und dem Preisverzeichnis der jeweiligen Sparkasse. Nicht in jeder Filiale ist sofort ein Fach frei, eine frühe Anfrage spart Wartezeit.
Zwei Punkte sollten Sie klären: Bis zu welcher Summe ist der Inhalt des Schließfachs versichert? Und schließt Ihre Hausratversicherung Wertsachen im Bankschließfach mit ein? Für die Aufbewahrung zu Hause eignet sich ein zertifizierter, fest verankerter Tresor, ebenfalls abgestimmt mit der Hausratversicherung.
Lassen Sie den Barren in seiner Schutzverpackung. Kratzer oder eine geöffnete Blisterkarte ändern nichts am Goldgehalt, können beim Wiederverkauf aber eine zusätzliche Prüfung auslösen. Weitere Möglichkeiten beschreibt der Beitrag Goldlagerung: Optionen für sichere Aufbewahrung.
Da sich der Goldkurs täglich ändert, nennt dieser Beitrag bewusst keinen Eurobetrag. Mit den folgenden Formeln rechnen Sie jedes Angebot selbst nach. Sie brauchen dafür nur den Goldkurs je Feinunze in Euro und die Preisliste Ihrer Sparkasse vom selben Tag.
Preis 100 g = Goldkurs × 100 / 31,1035 + Aufgeld
Materialwert = Goldkurs × 100 / 31,1035
Aufgeld in Prozent = Aufgeld / Materialwert × 100
Spread = Verkaufspreis minus Ankaufspreis
Goldkurs = Kurs je Feinunze in Euro. 31,1035 = Gramm je Feinunze.
So gehen Sie vor:
Ein Beispiel mit Platzhaltern: Steht der Goldkurs bei G Euro je Feinunze und verlangt die Sparkasse P Euro für den Barren, dann beträgt der Materialwert G × 100 / 31,1035 Euro und das Aufgeld P minus diesen Materialwert. Zahlt die Sparkasse beim Rückkauf A Euro, beträgt der Spread P minus A Euro.
Was ein 100-Gramm-Goldbarren bei der Sparkasse kostet, lässt sich nicht pauschal beantworten, aber jederzeit genau ausrechnen. Der Goldkurs bestimmt den größten Teil des Preises. Aufgeld und Spread zeigen, was die Sparkasse für Beschaffung, Service und Rücknahme berechnet. Wer beides kennt, kann den Kauf am Schalter in Ruhe mit anderen Wegen vergleichen und bewusst entscheiden, welcher Service ihm den Aufpreis wert ist.
Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Steuerberatung. Er erklärt, wie Preise entstehen, und ersetzt nicht die Konditionen Ihrer Sparkasse am Kauftag.
Einen festen Betrag gibt es nicht. Der Preis ergibt sich aus Goldkurs je Feinunze in Euro × 100 / 31,1035 plus dem Aufgeld der jeweiligen Sparkasse und ändert sich täglich. Die aktuelle Preisliste erhalten Sie in der Filiale oder online bei Ihrer Sparkasse.
Sparkassen verkaufen kleinere Mengen, bestellen Barren häufig einzeln und liefern sie in die Filiale. Dazu kommen Beratung und Abwicklung vor Ort. Spezialisierte Händler verteilen ihre Kosten auf größere Mengen.
Nein, wenn es sich um Anlagegold handelt. Barren mit mindestens 995 Tausendstel Feingehalt und marktüblichem Gewicht sind nach § 25c Umsatzsteuergesetz und EU-Recht von der Mehrwertsteuer befreit.
Das hängt von der Filiale ab. Häufig wird der Barren bestellt und in die Filiale geliefert. Dort können Sie ihn abholen oder direkt in ein Schließfach legen.
Viele Sparkassen kaufen Barren zum tagesaktuellen Ankaufspreis zurück. Die Bedingungen, etwa zu Verpackung und Zertifikat, legt jedes Institut selbst fest.
Nach § 23 Einkommensteuergesetz ist der Gewinn steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. Innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres.
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